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Saale-Zeitung 07.08.2018

Aschach: Hier soll kein Autofahrer mehr durch wollen

Aschach plant eine Operation am offenen Herzen. Der Patient: die Von-Henneberg-Straße. Die schlängelt sich als Hauptstraße durch den Innenort. Ein grauer Patch-Work-Teppich; holprig, eng. Die Gemeinde Bad Bocklet will mit der Erneuerung gleich mehrere Krankheiten heilen. Am Ende soll das Herz des Ortes vor allem eines sein: sicher. Wer die Behandlung bezahlt ist dagegen noch unsicher.

Das erste Wort, das Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) zur Von-Henneberg-Straße einfällt lautet "Handlungsbedarf". "Die Plomben fliegen, wenn man da drüber fährt", sagt er. Die Pläne, die vor ihm liegen, sind voller bunter Markierungen. "Das hätte ich nicht erwartet", meint er. 80 Prozent des Kanalsystems unter der Straße sind ganz gut in Schuss, so habe es die Untersuchung ergeben. "Aber es bleibt ein Überraschungsei", schiebt er gleich hinterher. Nach den Berechnungen werden die Arbeiten am Kanal ein Viertel der Kosten bei der Sanierung der Straße ausmachen. Doch der Kanal ist nur ein Kapitel. In der letzten Gemeinderatssitzung hat die Planer-Firma präsentiert, wie die Von-Henneberg-Straße einmal aussehen könnte.

Zum Glück: Verzögerung
Eigentlich wollte die Gemeinde jetzt schon weiter sein. Bei der Bürgerversammlung Ende Februar stellte sie in Aussicht, dass erste Entwürfe im April vorliegen. Doch Vermessungsarbeiten fielen wohl umfangreicher aus als gedacht. Sandwall zeigt sich trotzdem zufrieden: Noch rechtzeitig vor der Sommerpause gab der Gemeinderat seine Stimmen für: weiter so. Derweil ist Bürgermeister Sandwall sogar glücklich, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis die Gemeinde den Baufirmen die ersten Aufträge erteilen wird. "Die sind voll", sagt er. Und das drücke auf die Preise. "Ich bin froh, dass es noch dauert bis wir ausschreiben." Und wer zahlt am Schluss die Rechnung? Nachdem Kommunen Hausbesitzer in Bayern seit dem Frühjahr nicht mehr zur Kasse bitten dürfen, stellt sich die Frage der Finanzierung dieses Großprojektes für Bad Bocklet.

Bayern muss für Ersatz sorgen
Kämmerer Patrick Könen sieht den Freistaat in der Pflicht: "Er hat uns diese Möglichkeit weggenommen, also muss er für Ersatz sorgen." Andreas Sandwall ist guter Hoffnung, dass es bis zum derzeit angepeilten Baubeginn - Mitte 2020 - eine Lösung gibt. Wird aber deutlich: "Es fällt kein Stein, bevor nicht ein Ersatz geregelt ist." Kämmerer Könen schätzt, dass bis zu 70 Prozent der sogenannten zuwendungsfähigen Kosten gefördert werden könnten.

Bürger sehen Pläne im Herbst
Im Herbst will die Gemeinde den Bürgern die Vorentwürfe zeigen. Bürgermeister Andreas Sandwall meint, dass die genau den Geschmack von Eltern treffen werden. Überzeugen könnte die vor allem ein eineinhalb Meter breiter Gehweg, der auf dem Plan eingezeichnet ist. Der soll hoch ausfallen, damit er eindeutig als Abgrenzung zur Straße wahrgenommen wird. Pflasterbelag, eine Verengung und eine Insel sollen Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Mit einem Nadelöhr - auf 100 Meter könnte die Straße einspurig verlaufen - will der Bürgermeister für alle, die es nicht müssen, einen weiteren Grund schaffen, nicht mitten durch den Ort zu fahren. "Wir wollen den Innerort sicherer machen." Das Sichtfeld soll sich verbessern und die Straßen klarer voneinander abgetrennt werden. Bisherige Schotterpisten werden asphaltiert. Dazu überlegt die Gemeinde, die Bushaltestelle "An der Kirche" dauerhaft hin zum Schlossparkplatz zu verlegen. Das habe schon während des Baus des Kreisels gut funktioniert, heißt es. Anstelle der Bushaltestelle könnte es einen Platz der Begegnung geben - als neue Ortsmitte von Aschach. "Die Straße soll für Autofahrer so unattraktiv werden wie es geht", sagt Andreas Sandwall.

Henneberg? Als fränkisches Adelsgeschlecht gründeten die Grafen von Henneberg im 11. Jahrhundert die Grafschaft Henneberg. Im 12. Jahrhundert ließen die Grafen das Schloss Aschach als mittelalterliche Burg bauen.

Text+Bild: Carmen Schmitt/Saale-Zeitung
Volltext unter https://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/aschach-hier-soll-kein-autofahrer-mehr-durch-wollen;art211,3602981

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