Bautechnik Kirchner - Planungsbüro für Bauwesen

Planungbüro für Bauwesen

 

Planungsauftrag:

Das Planungsbüro Bautechnik-KIRCHNER aus Ebenhausen wurde mit der Bauleitplanung sowie  der straßenbaulichen Anbindung des Areals beauftragt.

Main-Post 15.11.2020

Norma plant riesige Investitionen in Gerolzhofen

Es könnte das mit Abstand größte Projekt eines auswärtigen Investors in der Stadt seit Jahrzehnten werden: Die Firma Norma plant ein Verteil-Zentrum am nördlichen Stadtrand.

Gerüchte über Aufkäufe von Ackerland entlang der Alitzheimer Straße gibt es schon seit einigen Monaten. Nun bestätigen die exklusiven Recherchen der Main-Post: In Gerolzhofen ist die riesige Neuansiedlung einer Regionalgesellschaft des Lebensmittel-Discounters Norma geplant. Wenn der Stadtrat zustimmt, dann handelt es sich um das mit Abstand größte Projekt eines auswärtigen Investors seit Jahrzehnten. Jetzt, da alle Grundstücksgeschäfte mit den privaten Grundeigentümern erfolgreich abgeschlossen sind, bestätigen Norma und der Gerolzhöfer Bürgermeister Thorsten Wozniak nach mehrfacher Anfrage offiziell die Pläne.

Der Lebensmittel-Discounter Norma betreibt aktuell 1450 Filialen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien mit etwa 16 000 Mitarbeitern. Die Filialen werden von 16 so genannten Regionalgesellschaften geleitet. Eine dieser Regionalgesellschaften, die rund 150 Norma-Filialen steuert, sitzt derzeit noch in Röttenbach bei Erlangen. Norma plant, diese Gesellschaft komplett von Röttenbach nach Gerolzhofen umzusiedeln. In Röttenbach wird stattdessen künftig der wachsende Online-Handel und Online-Versand von "Norma 24" abgewickelt.

Die über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Röttenbach seien bereits über die Pläne informiert worden, sagt Uwe Sonnenberg, Expansionsleiter bei Norma, gegenüber der Main-Post. Die Umsiedelung betreffe alle Mitarbeiter, angefangen von den Führungskräften, über die Verwaltung bis zu den Lageristen. Dem Personal – außer den Führungskräften – sei es freigestellt worden, ob sie künftig in Gerolzhofen arbeiten möchten oder ob sie lieber in Röttenbach bleiben. "Denn auch bei Norma 24 brauchen wir künftig natürlich viel Personal", erklärt Sonnenberg.

Bis zu 200 neue Arbeitsplätze

Man gehe davon aus, dass ein Großteil des Röttenbacher Personals nicht mit nach Gerolzhofen umziehen oder täglich hierher pendeln möchte. Die Folge: "Wir werden hier sicherlich rund 150 bis 200 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen, die wir aus der Region Gerolzhofen generieren müssen."

Die Regionalgesellschaft mit Sitz in Gerolzhofen wird dann – so ist der Plan – der Kopf von mindestens 150 Norma-Filialen sein. Abgedeckt wird eine Region von Fulda im Norden, Aschaffenburg im Westen, Bad Windsheim und Erlangen im Süden und Bayreuth im Osten. Wenn Gerolzhofen in Betrieb gegangen ist, dann will die Firma Norma, die 1921 in Fürth gegründet wurde und dort auch noch ihren Hauptsitz hat, das Filialnetz insbesondere in Hessen weiter ausbauen. "Dies ist dann logistisch auch möglich, weil sich die Lieferwege von Gerolzhofen aus im Vergleich zu Röttenbach deutlich verkürzen", erklärt Expansionsleiter Sonnenberg.

Großer Umschlagplatz

Bei jeder Norma-Regionalgesellschaft ist zum einen eine große Verwaltungseinheit angegliedert, die den Einkauf der Waren (auch von regionalen Landwirten und Erzeugern) managt, die Buchhaltung erledigt und für die Standort-Entwicklung ihrer Filialen zuständig ist. Und zum anderen werden hier die Waren der Zulieferer entgegen genommen, kommissioniert und dann an die eigenen Filialen ausgeliefert.

Um diese Aufgaben bewältigen zu können, braucht man viel Platz. Platz, den die Stadt Gerolzhofen bereitstellen kann. Es habe zehn mögliche Standorte für das neue Norma-Zentrum in Unterfranken gegeben, die gemeinsam mit der Regierung von Unterfranken und den Landratsämtern in zahlreichen Gesprächen im Detail analysiert worden seien, berichtet Uwe Sonnenberg. Dabei habe sich herausgestellt, dass es in Gerolzhofen tatsächlich die besten Voraussetzungen gibt, weil hier bereits ein ausreichend großes Gebiet für eine Neuansiedlung dieser Dimension im Flächennutzungsplan vorgesehen sei. Dies habe auch die Regierung von Unterfranken so gesehen, betont Sonnenberg. Außerdem liege Gerolzhofen von seiner Verkehrsanbindung strategisch gut.

Grundstück mit 115 000 Quadratmetern

Die Stadt Gerolzhofen hat in ihrem Flächennutzungsplan nördlich der Albert-Einstein-Straße bis hoch zum Aussiedlerhof "Birkenhof" von Finni Hillenbrand und zwischen Alitzheimer Straße und Kläranlage ein so genanntes "G-Gebiet" für Gewerbe und Industrie ausgewiesen. Diese Fläche ist insgesamt etwa 18 Hektar groß. Die Firma Norma würde davon die südlich gelegenen 11,5 Hektar benötigen, einschließlich potenzieller Erweiterungsflächen. "Wir planen langfristig und perspektivisch", sagt Uwe Sonnenberg. Man behalte sich so die Möglichkeit vor, den Standort in den kommenden 40 bis 50 Jahren weiter zu entwickeln.

In den vergangenen Monaten haben Norma-Vertreter sich mit den Landwirten bereits über einen Kauf der benötigten Flächen geeinigt. "Wir haben uns die Grundstücke notariell gesichert", bestätigt Expansionsmanager Sonnenberg. Der Kauf werde dann vollzogen, wenn seitens der Behörden das Baurecht vorliege. Im Gebiet gibt es auch Äcker, die sich im Eigentum der Stadt befinden. Hier muss noch der Stadtrat über einen Verkauf an Norma entscheiden.

Architekt aus Gerolzhofen

Was ist nun baulich konkret geplant? Verantwortlicher Architekt ist der Gerolzhöfer Martin Giedl mit seinem Architektur- und Ingenieurbüro "ArcDesign" aus Rügshofen. Giedl hat unter anderem bereits die beiden Einkaufsmärkte Aldi und Rewe am Rügshöfer Ortseingang geplant. Entstehen sollen bei Norma eine rund 35 000 Quadratmeter große flache Halle und ein Verwaltungsgebäude mit 2000 Quadratmetern Bürofläche auf zwei Stockwerken. "Das Ganze wird aber kein Schreckgespenst Donnersdorf", macht Giedl klar. Soll heißen: Es wird kein Hochregallager wie bei Kaufland am Rödertor in Donnersdorf geben. Die große Umschlaghalle wird zwölf Meter hoch. Zum Vergleich: Die Gebäude von Hiestand/Aryzta in der Nachbarschaft sind 14 Meter hoch.
Etwa hier auf dieser Höhe an der Alitzheimer Straße würde die Lkw-Einfahrt zum neuen Norma-Zentrum gebaut werden.

Der Ostseite der Halle, zur Alitzheimer Straße hin, werden das zweigeschossige Bürogebäude und ein Funktionsgebäude (zum Beispiel zum Umziehen der Mitarbeiter, die in der Umschlaghalle eingesetzt sind) vorgesetzt. Deren Fassaden seien durch die vielen Fenster optisch gebrochen, so Giedl. Zudem werde das Gelände stark eingegrünt.

Lkw-Verkehr über die Ausfahrt Alitzheim

Die Zufahrt für die Bediensteten erfolgt vom bestehenden Stich an der Albert-Einstein-Straße (Hiestand-Parkplatz) aus, beziehungsweise der Zugang für Fußgänger und Radfahrer direkt vom Radweg aus. Der Lkw-Verkehr fließt über eine eigene Zufahrt mit eigener Abbiegespur am nordöstlichen Ende des Grundstücks. Der absolute Großteil der Lkw-Frequenz soll über die Ausfahrt der B 286 bei Alitzheim abgewickelt werden. "Wir wollen die Nördliche Allee in Gerolzhofen so gut wie nicht benutzen", betont Martin Giedl.

Gearbeitet wird in der Umschlaghalle 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. Auf dem Gelände sind die Verkehrsströme gut durchdacht. Die Lkw fahren an der Nordseite der Halle entlang zur Westseite, wo der Anlieferbereich für die Fremd-Speditionen entstehen soll. Dort sind auch Stellflächen für wartende Sattelzüge vorgesehen. Die eigenen Norma-Lkw fahren, wenn sie nach Gerolzhofen zurückkehren, hier noch ein Stück weiter und kommen an der südwestlichen Ecke des Areals an ein Terminal, wo sie mitgebrachte Verpackungsreste und Retouren abgeben. An der breiten Südseite der Umschlagshalle befinden sich dann die Lkw-Andockstationen, wo die Norma-Laster mit den kommissionierten Gütern für die einzelnen Filialen beladen werden. Die Ausfahrt erfolgt wieder an der nordöstlichen Ecke des Grundstücks in Richtung Alitzheim. Die Halle wird rund 50 Lkw-Andockstationen haben.

Umweltgedanke wird groß geschrieben

Der Umweltgedanke werde bei dem Projekt groß geschrieben, betont Architekt Martin Giedl. Er spricht von einem durchdachten Energie-Management. "Wir werden beispielsweise auch das komplette Regenwasser behalten", obwohl es ein Leichtes sei, das Oberflächenwasser in den nahen Mühlbach zu leiten. Auf dem Gelände im Süden wird ein oberirdischer Versicker-Teich angelegt, das übrige Regenwasser wird in unterirdische Boxen geleitet, wo es langsam ins Grundwasser versickern kann.

Auf den Dächern entsteht auf 15 000 Quadratmetern eine Photovoltaik-Anlage zum Strom-Eigenverbrauch. Ladesäulen für E-Fahrzeuge und E-Bikes sind in Planung. Für den Tiefkühlbereich ist eine Wärme-Rückgewinnung vorgesehen. Beim Bau soll die neueste Gebäudetechnik zum Einsatz kommen. Und selbstverständlich würden ökologische Ausgleichsflächen angelegt. Wie hoch die Gesamtinvestitionen für Norma sind, darüber gibt es keine genauen Angaben. Expansionsmanager Uwe Sonnenberg spricht nur von einem "zweistelligen Millionenbetrag".

"Offene Diskussion"

Bürgermeister Thorsten Wozniak, der bereits seit Monaten bei den nichtöffentlichen Vorbereitungen intensiv eingebunden war, begrüßt die Pläne von Norma ausdrücklich. Seitens der Stadt seien die rund 200 neuen Arbeitsplätze unterschiedlichster Qualität genauso positiv zu sehen wie die zu erwartenden Gewerbesteuer-Einnahmen. Trotzdem sei er für eine "offene Diskussion" über Pro und Contra der Neuansiedlung.

Wozniak hebt allerdings auch die große Wertschöpfung für die gesamte Region hervor, die das Norma-Zentrum mit sich bringen würde. Lokale Gastronomie und Hotels würden profitieren, weil Norma Bedarf an Tagungen und Einstellungsgeprächen habe, selbst aber keine eigene Betriebskantine vorhalte. Die örtliche Landwirtschaft könne Lieferverträge mit Norma abschließen. Und Handwerksbetriebe der unterschiedlichsten Ausformungen könnten auf laufende Aufträge für Service und Reparaturen hoffen, bei den Grünanlagen, Gebäuden und der Norma-Lkw-Flotte.

Baubeginn Sommer 2021?

Und wie wird es im Idealfall weitergehen? Da schon ein rechtskräftiger Flächennutzungsplan vorliegt, der eine Ansiedlung wie durch Norma zulässt, bedarf es keiner zeitaufwändigen Änderung des Flächennutzungsplan. Notwendig ist jetzt nur ein Bebauungsplan, der vom Stadtrat bereits in seiner Sitzung Ende November auf den Weg gebracht werden soll. Wird dann auch der Bauplan vom Landratsamt Schweinfurt zügig genehmigt, könnte bereits im Sommer 2021 Baubeginn sein. Im Herbst 2022 könnte die Regionalgesellschaft dann ihren Betrieb in Gerolzhofen aufnehmen.

Bereits deutlich vorher will Norma sich eine Belegschaft für das neue Zentrum aufbauen. Das Personal soll nämlich bereits vorab an anderen Standorten geschult und ausgebildet werden, damit am Tag X in Gerolzhofen, zum Start des Zentrums, der Hebel problemlos umgelegt werden kann. Denn das Verteilzentrum soll vom ersten Tag an im Vollbetrieb arbeiten.

In der Stadtratssitzung an diesem Montag, 16. November, soll der Stadtrat ab 19 Uhr in der Stadthalle über das Großprojekt informiert werden.

Text: Klaus Vogt /Main-Post
Foto: Montage Arc Design + Klaus Vogt/Main-Post
 

 

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