Bautechnik Kirchner - Planungsbüro für Bauwesen

Planungbüro für Bauwesen

Main-Post 14.05.2021

Mit dem geplanten Baugebiet in Sömmersdorf Am Weihergraben II sind die Anwohner des daneben liegenden Altbaugebietes nicht einverstanden. Sie forderten von der Euerbacher Bürgermeisterin eine öffentliche Erklärung, warum das ursprünglich beschlossene Baugebiet Stangenbrunn nicht verwirklicht wird.

"Geschockt" darüber, dass ein Baugebiet angrenzend an ihre Grundstücke entstehen soll, zeigten sich die Sömmersdorferin Bianka Brückner und ihre Nachbarn in einer Mail an die Gemeinde, die auch der Redaktion vorliegt. Denn bislang sei kommuniziert worden, dass am Stangenbrunn – an der B 303 nach der Linkskurve auf der linken Seite – Bauplätze entstehen sollten. Dafür habe es Ende 2019 auch einen Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats für einen Bebauungsplan gegeben.

Protest der Nachbarn

"Man tut gerade so, als hätte es ‚Stangenbrunn‘ nie gegeben", heißt es in Brückners Mail. Die damals beauftragte Baugebietsstudie habe zudem "angeblich lediglich Maßnahmen zur Ortsabrundung vorgesehen". Das jetzt vorgesehene Gebiet Am Weihergraben II am Ortsausgang Richtung Euerbach sei, so Brückner, aber ein weiteres "in-die-Länge-ziehen" von Sömmersdorf.

In ihrer Antwort blickte Bürgermeisterin Simone Seufert in der Gemeinderatssitzung zurück auf die steigende Nachfrage nach Bauplätzen in 2018 und die damalige Erkundung von Potenzialen in einer Baugebietsstudie. Aber nicht alle Gebiete seien als geeignet eingestuft worden, so dass der Gemeinderat Stangenbrunn verworfen habe.

Grund sei zum einen gewesen, dass der Grunderwerb dort nach den Vorgaben des Gemeinderats nicht möglich gewesen sei und sich die Gemeinde und der Besitzer nicht einigen konnten. Eine Zufahrt zum Gelände sei zudem nur sehr schwierig zu ermöglichen gewesen. Und wegen der hohen Nachfrage hätte die Fläche am Stangenbrunn nicht ausgereicht – dort waren 0,69 Hektar angedacht – und es wären noch weitere Bauplätze nötig gewesen, sagte Seufert.

Für den Weihergraben habe gesprochen, dass dort der Grunderwerb möglich war. Außerdem sei die bestehende Erschließungsanlage des Baugebiets so konzipiert, dass sie erweitert werden könnte. Zudem gebe es einen wirksamen Flächennutzungsplan, der ein großes allgemeines Wohngebiet vorsehe sowie Maßnahmen für dessen Schutz und Pflege. Nach Rücksprache mit Planer Matthias Kirchner habe dieser ein anschließendes Wohngebiet dort als sinnvoll erachtet, sagte Seufert.

Elf Bauplätze mit 600 - 800 Quadratmeter

Der Planer zeigte dem Gremium einen Entwurf des Baugebiets mit einer Fortführung der St.-Johannes-Straße nach Osten. Von dort geht eine Stichstraße mit Wendehammer Richtung Süden ins dreireihige Baugebiet mit elf Bauplätzen zu je 600 bis 800 Quadratmeter. Allerdings kann hier aktuell nicht nach Paragraph 13b Baugesetzbuch agiert werden, sprich: kein beschleunigtes Verfahren. Auch Ausgleichsflächen müssen von der Gemeinde gestellt werden.

Die Infrastruktur dort sei bereits konzipiert, so Kirchner, die offene Entwässerung über Gräben sehr ökologisch und hochmodern. Schon im Altbebauungsplan sei der Immissionsschutz vorgesehen, eine Verlängerung des Lärmschutzwalls zur B 303. In seinem Entwurf erkennbar war auch der angedachte Zuweg zum Parkplatz für die Passionsspiele, eine Ackerbreite nach dem geplanten Baugebiet.

Angesichts der Vorgabe von Satteldächern im homogen entwickelten Altbaugebiet stelle sich die Frage, ob die elf neuen Häuser davon abweichen sollten, sagte der Planer. Eine Freigabe der Dachformen hatte der Gemeinderat in der vorherigen Sitzung favorisiert.

Mit der Randeingrünung des Baugebiets sehe man das aber nicht, meinte Seufert. Wenn das Randgrün höher gewachsen sei, wäre es kaschiert, meinte Kirchner dagegen. Manfred Peter plädierte für freies Bauen – "die jungen Leute haben einen anderen Geschmack" – und meinte, "die Ortschaft verändert sich eh ständig". Alexander Zirkel verwies auf den Gleichheitsgrundsatz für freies Bauen wie in Euerbach. Dagegen hielt Gabi Jakob Satteldächer für ein schönes Gesamtbild von Vorteil.

Als Städteplaner tue er sich schwer, alle Dachformen zuzulassen, bekannte Matthias Kirchner. Es gebe auch moderne Satteldachformen. Wenn man moderne Baukörper mit Pult-, Flach- oder Stadtvilla-Dach wähle, sei das Erscheinungsbild ähnlich. Ein Satteldach passe aber da nicht dazu.

Für Johannes Schäfer und Kurt Stark waren die Ausnahmegenehmigungen von Bebauungsplänen in der Vergangenheit der Grund, in einem Baufeld frei und mit allen Dachformen bauen zu lassen. Die Mehrheit von elf Gemeinderäten teilte schließlich diese Auffassung. Der Entwurf soll nun als Grundlage für den Bebauungsplan Am Weihergraben II dienen.

Text : Silvia Eidel/Mainpost

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